Tagebücher oder sogar eine ganze Autobiografie – es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um übers Leben zu schreiben. Aber kann das auch jeder? Landesbildungsreferent Heinz Eitenberger hat dazu Claudia Riedler-Bittermann, Journalistin und Autorin von Familienbiografien, befragt.


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Claudia Riedler-Bittermann: „Das Leben schreibt die besten Geschichten.“

Warum sollte man über sein eigenes Leben schreiben?

Weil das Leben die besten Geschichten schreibt, es ermöglicht Reflexion und man lernt sich selbst besser kennen. Die Erinnerungen ans eigene Leben sind auch ein guter Einstieg fürs Schreiben und man kann so die Geschichten aus der Kindheit bewahren und an die nächste Generation weitergeben.


In welchem Alter interessieren sich die meisten dafür?

Oft rund um die Pension, weil das eine Lebensphase ist, in der man häufig auf das Leben zurückschaut und reflektiert. Manchmal sind aber auch Kinder oder Enkelkinder Auslöser für den Schreibprozess, weil sie sich für die Geschichten von früher interessieren.


Kann das eigentlich jeder – oder braucht man Erfahrung beim Schreiben?

Jeder und jede kann schreiben. Es geht darum, seine eigenen Erinnerungen zu Papier zu bringen und da gibt es nur einen Experten oder eine Expertin: Sie selbst. Nur Sie haben den Zugang zu Ihrem Erinnerungsschatz. Rechtschreib- und Grammatikregeln sind dabei nicht so wichtig. Ich helfe aber auch gerne dabei, wenn aus den Erzählungen und Texten ein Buch für die Nachkommen werden soll.


Was sagen Sie Menschen, die meinen: Mein Leben war doch gar nicht so besonders?

Meine Erfahrung zeigt, dass jedes Leben viele einzigartige und besondere Momente enthält. Das kann Alltägliches genauso sein wie eine Abenteuerreise, Liebesgeschichten und die gute alte Zeit, aber auch Berufserfolge und Missgeschicke. Man kann übers Essen damals genauso schreiben wie über gesellschaftliche Ereignisse.


Was kann man tun, um die Erinnerungen zu wecken?

Da gibt es verschiedene Methoden: Musik, Gerüche, Bilder oder Orte der Kindheit wecken die Erinnerung. Und auch das Schreiben selbst holt die Geschichten aus dem Unbewussten wieder hervor. Vor allem, wenn man mit der Hand schreibt.


Sie halten Seminare für biografisches Schreiben: Wie läuft das ab?

In der Gruppe schreibt es sich noch leichter. Mit verschiedenen Methoden des biografischen und kreativen Schreibens werden dabei Erinnerungen geweckt, Gedanken und Wörter gesammelt und schließlich Texte und Gedichte verfasst. Diese kann man nur für sich behalten oder auch weiterschenken. Für manche ist so ein Seminar auch der erste Schritt für das große Projekt einer Autobiografie. Vieles ist mögich. Am Anfang steht aber das absichtslose Schreiben, das den Prozess des Erinnerns ins Rollen bringt.

Heinz Eitenberger:
Frau Maga Riedler-Bittermann, herzlichen Dank für das Gespräch. Wir werden mit unserem kommenden Bildungsprogramm jedenfalls diese guten Ideen berücksichtigen. Diese in Seminaren gesammelten Erinnerungen könnten dann ja auch ein ganz besonderes Geschenk für unsere Kinder oder Enkel sein.

 

eitenberger heinz bildung 770„Bildung ist die Freude an Neuem im Leben“. Landesbildungsreferent Heinz Eitenberger

Information

Mehr Informationen über die Erstellung von Biografien (zum Beispiel zum runden Geburtstag) und Seminare fürs biografische Schreiben auf www.ribisel.eu

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