Großer Unmut herrscht bei der älteren Generation in Österreich. Die Hauptgründe sind laut Pensionistenverbands-Präsident Dr. Peter Kostelka einerseits die hohen Preise gepaart mit einer völlig unzureichenden Pensionsanpassung, das fahrlässige Nichtstun bei der Pflege und das Corona-Chaos mit den unübersichtlichen Bestimmungen und den unzureichenden Testmöglichkeiten außerhalb von Ballungszentren.


Eigenes Staatssekretariat für ältere Menschen

Kostelka: „Dazu kommt eine Defacto-Gesprächsverweigerung der Regierung gegenüber unseren Anliegen. Termine mit den Bundeskanzlern Kurz und Schallenberg kamen nicht zustande. Vom neuen Bundeskanzler Nehammer erwarten wir nun dringend einen Termin. Wir wissen dass auch die Jugend viele Sorgen und Probleme hat und freuen uns für sie, dass nun ein eigenes Staatssekretariat geschaffen wurde. Aber die zweieinhalb Millionen älteren Menschen brauchen auch jemanden in der Regierung, der ein offenes Ohr für ihre Anliegen hat. Deshalb fordert der Pensionistenverband ein Staatssekretariat für ältere Menschen!“


Teuerungs-Hunderter und Winterzuschuss

Gegen die Folgen der Teuerung fordert Kostelka angesichts der stärksten Preissteigerungen seit über 10 Jahren einen Kaufkraftsicherungshunderter für Pensionistinnen und Pensionisten. Und für Bezieher kleiner Pensionen einen 300-Euro Winterzuschuss, „weil die Kosten für Haushaltsenergie für diese Gruppe unleistbar wurden und keine Pensionistin, kein Pensionist in Österreich frieren darf!“


Nur mehr aliquotierte Anpassung im Jahr nach Pensionierung

Nach wie vor unzufrieden ist Kostelka mit der beschlossenen Pensionsanpassung: Die ‚Abschleifung‘ der 3-prozentigen Erhöhung bei 1.000 Euro auf 1,8 Prozent bei 1.300 Euro „ist zu steil“. Kostelka: „Das führt dazu, das es einen ‚Knick‘ gibt – bei 1.000 Euro bekommt man 30 Euro drauf, bei 1.300 Euro aber nur 23,40 Euro – das ist ungerecht!" Deshalb fordert der Pensionistenverband, dass der Abschleifbereich bis 2.000 Euro ausgeweitet und damit abgeflacht wird. „Damit erhalten auch mittlere Pensionen ein höheres Plus“, erläutert Kostelka. Der Pensionistenverbands-Präsident weist auf einen weiteren Beschluss der ÖVP-Grünen-Regierung hin: Neu-Pensionisten, also alle die 2021 in Pension gegangen sind, bekommen 2022 nur eine aliquotierte Anpassung, alle die im November oder Dezember 2021 ihren Pensionsstichtag hatten, bekommen 2022 überhaupt keine Erhöhung sondern erst 2023. Kostelka: „Leider hat Schwarz-Grün die volle Anpassung im ersten Pensionsjahr wieder abgeschafft.“


Dramen um PCR-Tests

Beim Corona-Management ist vor allem die unzulängliche PCR-Testverfügbarkeit außerhalb der größeren Städte ein großes Problem. „Wir haben zig Beschwerden, dass es älteren Menschen defacto unmöglich ist, ihre Lieben in Pflegeheimen zu besuchen. Dafür ist ein aktueller PCR-Test notwendig, auch bei Menschen, die dreimal geimpft sind. Das ist für viele ein unfassbarer Aufwand, weil die Tests entweder wegen schwieriger Erreichbarkeit oder wegen des notwendigen Einsatzes von Handy und Internet große Hürden für ältere Menschen darstellen, die viele einfach nicht schaffen“, weiß der Pensionistenverbands-Präsident. Er berichtet von einer verzweifelten dreifachgeimpften 90-jährigen Dame, die ihre pflegebedürftige Tochter in einem Pflegeheim besuchen wollte. „Da spielen sich Dramen ab“, so Kostelka.


Nichtstun in der Pflege verantwortungslos und fahrlässig

Das Nichtstun der Regierung bei der Pflege bezeichnete Kostelka als „verantwortungslos“ und „fahrlässig“. Ich verstehe, dass der Gesundheitsminister mit der Pandemiebekämpfung sehr beschäftigt ist, aber deshalb dürfen die bekannt drängenden Probleme bei der Pflege – Personal, Finanzierung – nicht völlig ignoriert werden. Auch hier könnte das Staatssekretariat für ältere Menschen den Gesundheitsminister entlasten, damit endlich einmal etwas weitergeht“, so der Pensionistenverbands-Präsident.

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