Einkommen der finanziell schwächsten 10 Prozent seit 1998 um 11,88 Prozent gesunken – Frauen besonders stark betroffen.

„Die soziale Ungleichheit in Österreich wird immer größer! Aktuelle Erhebungen der Statistik Austria zeigen, dass die Lohnschere in Österreich immer weiter auseinanderklafft! So sind die Löhne und Gehälter der am besten verdienenden 10 Prozent in der Zeit von 1998 bis 2013 um 39,31 Prozent gestiegen, während jene der finanziell schwächsten 10 Prozent um 11,88 Prozent gesunken sind! Die Hauptschuld dafür trägt u.a. die hohe Teilzeit-Arbeitsquote, die seit 1994 bis 2016 bei Frauen von 26 auf 48,2 Prozent angestiegen ist! Auch bei den Männern hat die Teilzeitquote von 4,2 auf 11,6 Prozent stark zugenommen! Verantwortlich dafür: Fehlende Kinderbetreuungsplätze und – vor allem – die fehlende Bereitschaft vieler Firmen wie z.B. im Handel ihren MitarbeiterInnen Vollzeitarbeitsplätze zu bieten! Hier muss gehandelt werden“, betont Karl Blecha, Präsident des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ) und fordert die Entlastung des Faktors Arbeit durch eine Senkung der Lohnnebenkosten.

„Frauen erhalten in Österreich durchschnittlich um 40 Prozent weniger Pension! Schuld daran sind Teilzeitarbeit und längere Erwerbspausen durch Kindererziehungszeiten oder Arbeitslosigkeit! Mit der Verbesserung der Anrechnung von Kindererziehungszeiten wurde hier erst kürzlich ein wichtiger Schritt gesetzt. Jetzt müssen weitere Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit und hohe Teilzeitquoten kommen“, fordert Blecha.  „Rund ein Drittel der Frauen, die in Pension gehen, sind vor ihrem Pensionsantritt nicht erwerbstätig, gelten schändlicherweise als ‚zu alt‘ für den Arbeitsmarkt! Hier braucht es einen wirksameren Bonus für Betriebe, die ältere Menschen beschäftigen und Bonifikationen für Firmen, die es Frauen sogar ermöglichen über das Regelpensionsalter (60 Jahre) hinaus zu arbeiten“, stellt der PVÖ-Präsident klar.

Lohnnebenkosten senken – Arbeitsplätze schaffen

„Österreich hat die zweitteuersten Lohnnebenkosten in der ganzen OECD! Diese hohen lohn- und gehaltsabhängigen Abgaben sind zusehends beschäftigungshemmend. Durch einen ‚Beschäftigungsbonus‘, eine Umverteilung, könnten die Lohnnebenkosten drastisch gesenkt werden. Würde künftig die gesamte Wertschöpfung eines Unternehmens – und nicht nur wie bisher Löhne und Gehälter – für die Bemessung der Sozialabgaben herangezogen werden, dann könnte z.B. der Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) von derzeit 4,5 Prozent der Bemessungsgrundlage auf 2,4 Prozent gesenkt werden. Damit wird die Abgabenlast personalintensiver Firmen deutlich geringer, was sich positiv auf die Beschäftigung – gerade im Dienstleistungssektor wie dem Handel, Gewerbe etc. auswirken würde. Laut einer aktuellen WIFO-Studie könnten dadurch mittelfristig 21.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden!“, so Blecha, der abschließend betont: „Die ArbeitnehmerInnen von heute, sind die PensionistInnen von Morgen. Arbeitslosigkeit, aber auch Teilzeitarbeit wirken sich negativ auf die Pensionshöhe aus! Um künftige Altersarmt zu verhindern, müssen wir JETZT die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass all jene, die es wollen, bis zum Erreichen des Regelpensionsalters einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen können!“


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